Mütter/ Väter-Kinder-WG § 19 SGB 8 - KMV Sachsen e. V. Körper- und Mehrfachbehinderten Verband

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Mütter/ Väter-Kinder-Wohngruppe nach § 19 SGB VIII

Zu Einweihung der Einrichtung gab es viele große und kleine Überraschungen,
wie die Bilder eindrucksvoll zeigen.

 
 

WG 19 Tel. 0341 231 834 -10/ -12

Kurzbeschreibung der Angebotsspezifik


Die Einrichtung ist für 14 Plätze ausgelegt. Die Aufnahme ist auch mit mehr als einem Kind möglich.
Die Zielgruppe für die Mütter/ Väter-Kinder-Wohngruppe sind minderjährige und volljährige schwangere Mädchen/ Frauen und Mütter/ Väter mit einem Kind oder mehreren Kindern, die den Aufgaben der Elternschaft in einem eigenen Haushalt nicht gerecht werden können. Im Sinne der Inklusion schließt die Zielgruppe Mütter/ Väter/ Kinder mit körperlicher, geistiger, seelischer und/ oder mehrfacher Behinderung ein.
Die Einrichtung befindet sich in einem barrierefreien Objekt, welches den baulichen Anforderungen (DIN 18040-1, DIN 18040-2) für die Personen der Zielgruppe entspricht. Es befindet sich in einem barrierefreien Wohngebiet mit sehr guter Infrastruktur und ist zentral gelegen. Das Objekt hat drei Etagen, verfügt über einen Fahrstuhl und einen angrenzenden Garten (ca. 4500 m²) mit rollstuhlgerechter Wegeführung und vielfältigen Möglichkeiten für Sport, Spiel und Erholung. Nach Absprache ist eine Haustierhaltung der Bewohner denkbar. Im angrenzenden Gebäude befindet sich das Begegnungszentrum des KMV Sachsen e.V., welches tagesstrukturierende alltagsorientierte Angebote zur Beschäftigung (z.B. Kochen, Backen, Besuch der Kunstwerkstatt) und Möglichkeiten zur Teilhabe am Arbeitsleben bietet.
Für das gemeinsame Wohnen für Mütter/ Väter und ihre Kinder stehen im ersten und zweiten Obergeschoss des Objektes zwölf abgeschlossene Wohneinheiten (zehn 2-Raumwohnungen à 44,23 m², zwei 3-Raumwohnungen à 66,44 m²) mit Küchenzeile, Schlafzimmer, Wohnraum und Bad sowie ein Gemeinschaftsraum mit Küche, Sitz- und Spielecke zur Verfügung. Die Wohneinheiten werden grundsätzlich alle möbliert. Den Müttern/ Vätern wird die Möglichkeit eingeräumt, ihre eigenen Möbel mitzubringen und sich ihren eigenen Vorstellungen entsprechend einzurichten.
Zur gemeinschaftlichen Nutzung bietet die Einrichtung außerdem einen mit Geräten ausgestatteten Sport- und Fitnessraum sowie einen Snoozleraum. Beide können unter anderem für Kurse zur Entspannung genutzt werden. Im Keller befindet sich ein Wasch- und Trockenraum mit Geräten.
Die Besonderheit der Konzeption besteht darin, dass diese sowohl die Forderung nach Barrierefreiheit in räumlicher und kommunikativer Hinsicht (z. B. Leichte Sprache) berücksichtigt als auch die Anwendung von Methoden, die dem fortgeschrittenen Stand der Pädagogik entsprechen.
Voraussetzung für die Aufnahme in die Mütter/ Väter-Kinder-Wohngruppe ist, dass der Einzug der Mütter/ Väter und ihrer Kinder bzw. der Schwangeren freiwillig erfolgt und diese die Bereitschaft wie auch die Motivation zeigen, an der Planung und Durchführung der Hilfeleistung aktiv mitzuarbeiten.
Für schwangere Mädchen/ Frauen ist der Einzug in die Wohngruppe bereits im letzten Trimester der Schwangerschaft möglich. Hierbei steht in der pädagogischen Arbeit im Vordergrund, die Schwangere bestmöglich auf die Geburt und die Mutterschaft vorzubereiten.
Nach der Geburt des Kindes liegt der Fokus zunächst auf dem Aufbau einer tragfähigen Eltern-Kind-Bindung. In Anlehnung an den gesetzlichen Erziehungsurlaub wird der jungen Mutter bzw. dem Vater eine Erziehungszeit ermöglicht. Der Sprachgebrauch liegt hierbei bewusst auf dem Wort Zeit statt Urlaub. Die Mutter bzw. der Vater soll diese Zeit nutzen, um in die neue Rolle als Elternteil hineinzuwachsen.
Die Bewohner werden in Gruppen unterteilt, so dass eine strukturierte Förderung des jeweiligen Bewohners möglich ist und auf dessen Entwicklungsstand gesondert eingegangen werden kann.
Die Mütter/ Väter lernen, für sich und ihre Kinder sowie für andere Bewohner und deren Kinder Verantwortung zu übernehmen; so erlangen sie beispielsweise alle notwendigen Kompetenzen und Fähigkeiten für den Babysitter-Führerschein.
Eine Snoozleraum bietet für die Mütter bzw. Väter und ihre Kinder eine Vielzahl verschiedenartiger Aktivitäten auf der sensorischen Ebene. Doch nicht nur bei Eltern auch bei Kindern kann der Prozess und das Ergebnis der Informationsgewinnung und -verarbeitung von Reizen aus der Umwelt und dem Körperinneren verstärkt werden.
Als Therapiemöglichkeit soll die Tiertherapie mit einem Hund angeboten werden.
Bei auftretenden Krisen ist die Möglichkeit gegeben, das Kind in einem dafür vorgesehenen Raum in unmittelbarer Nähe zum Assistentenbüro kurzzeitig unterzubringen und so eine räumliche Trennung von Mutter/ Vater und Kind zu realisieren.
Für externe Hilfsangebote kann das große Netzwerk des KMV Sachsen e. V. genutzt werden.
Während des Aufenthaltes in der Einrichtung wird der andere Elternteil/ neue Partner – wenn gewünscht – in den Entwicklungsprozess einbezogen und das soziale Netzwerk der Mütter/ Väter auf- bzw. ausgebaut.
Werden die Eltern mit ihren Kindern nach erfolgreicher Hilfe in ihren eigenen Wohnraum entlassen, kann die sich anschließende ambulante Hilfe durch die bisherigen persönlichen Assistenten weiterhin erfolgen, so dass über den Aufenthalt in der Wohngruppe hinaus Kontinuität in der pädagogischen Arbeit und ein Fortbestehen des aufgebauten Vertrauensverhältnisses für die Mütter/ Väter und ihre Kinder gewährleistet werden.
Wenn Eltern an ihre Grenzen geraten und deutlich wird, dass sie das selbständige Leben mit dem Kind nicht zum Wohle des Kindes organisieren können, muss ein anderer Rahmen gefunden werden, damit das Kind in einer Umgebung mit der für seine Entwicklung nötigen Stetigkeit und Geborgenheit leben kann. Fällt die Entscheidung für eine Pflegefamilie, so wird unter Anwendung der Methode Familienrat das Kennenlernen der am Hilfeprozess Beteiligten, der Einzug des Kindes sowie die  Arbeit mit den leiblichen Eltern und den Pflegeeltern vorbereitet und begleitet. Wird im Hilfeplangespräch eine stationäre Unterbringung des Kindes nach § 34 SGB VIII festgelegt, bietet die Kinder- und Jugendwohngruppe der KMV Sachsen gGmbH nach § 34 SGB VIII im Erdgeschoss des Objektes dem Kind die Möglichkeit, weiterhin im gewohnten Umfeld zu verbleiben. Den Eltern kann eine Wohnung in der unmittelbaren Nähe der Einrichtung vermittelt werden, so dass eine intensive Elternarbeit mit Einbindung der Eltern in den Tagesablauf der Kinder möglich ist.
Stand: 13.06.2013

 
 
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